Das teuerste Risiko dieser Branche und die Pflichten, die jeden Betrieb mit Personal treffen — jede Angabe mit ihrer Fundstelle. Wo wir eine Pflicht nicht sicher belegen können, steht sie hier nicht.
Bei Beschwerden oder gesundheitlichen Problemen nach einer Session zählt, ob Aufklärung und Gesundheitsangaben des Kunden nachweisbar dokumentiert sind — ein mündliches Gespräch reicht im Streitfall oft nicht. Die digitale Einverständniserklärung hält Zeitpunkt und Bestätigung fest.
Diese 2 Pflichten folgen aus der Tätigkeit selbst. Ein Betrieb einer anderen Branche hat sie nicht — deshalb stehen sie hier und nicht im Abschnitt darunter.
Bei bestimmten Tätigkeiten — unter anderem mit Gefahrstoffen, Biostoffen oder Feuchtarbeit über vier Stunden täglich — muss der Arbeitgeber arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge veranlassen, bevor die Tätigkeit aufgenommen wird, und danach in regelmässigen Abständen.
Beruht die Verarbeitung auf einer Einwilligung, muss der Verantwortliche nachweisen können, dass die betroffene Person eingewilligt hat. Ein mündliches „ja" ohne Beleg trägt im Streitfall nicht — nachweisbar heisst: mit Zeitpunkt, Wortlaut und Bestätigung.
Diese Pflichten hängen nicht an der Branche, sondern daran, dass jemand Mitarbeiter hat und Rechnungen schreibt. Sie treffen Tattoo-Studios mit einer Aushilfe genauso wie solche mit dreißig Beschäftigten.
Die über die werktägliche Arbeitszeit hinausgehende Arbeitszeit ist aufzuzeichnen und mindestens zwei Jahre aufzubewahren. Das gilt unabhängig von der Betriebsgröße — auch für den Betrieb mit einer einzigen Aushilfe.
Acht Stunden werktäglich. Eine Verlängerung auf bis zu zehn Stunden ist zulässig, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden nicht überschritten werden.
Mindestens 30 Minuten bei mehr als sechs bis zu neun Stunden Arbeitszeit, mindestens 45 Minuten bei mehr als neun Stunden. Teilbar in Abschnitte von je mindestens 15 Minuten. Länger als sechs Stunden hintereinander darf nicht ohne Ruhepause gearbeitet werden.
Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit müssen mindestens elf Stunden ununterbrochene Ruhezeit liegen. Für einzelne Bereiche — unter anderem Gaststätten, Pflege und Verkehrsbetriebe — lässt § 5 Abs. 2 eine Verkürzung auf zehn Stunden zu, wenn sie ausgeglichen wird.
Für geringfügig Beschäftigte und für die in § 2a SchwarzArbG genannten Wirtschaftszweige — darunter Bau, Gaststätten, Personenbeförderung, Speditionen, Gebäudereinigung, Fleischwirtschaft und Messebau — müssen Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit spätestens sieben Tage nach der Arbeitsleistung aufgezeichnet und zwei Jahre aufbewahrt werden.
Beschäftigte sind über Sicherheit und Gesundheitsschutz zu unterweisen — bei der Einstellung und danach mindestens einmal jährlich. Bei einer Prüfung oder nach einem Unfall zählt der Nachweis, nicht die Erinnerung.
Die wesentlichen Bedingungen des Arbeitsverhältnisses sind schriftlich niederzulegen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen — seit der Neufassung 2022 zu großen Teilen bereits am ersten Arbeitstag. Ein Verstoß ist bußgeldbewehrt.
Wer ausbildet, muss den wesentlichen Inhalt des Ausbildungsvertrags schriftlich niederlegen — einschließlich der sachlichen und zeitlichen Gliederung der Ausbildung. Der betriebliche Ausbildungsplan ist damit Pflichtbestandteil, nicht Kür.
Auszubildende müssen einen schriftlichen Ausbildungsnachweis führen; der Betrieb hat sie dazu anzuhalten und die Nachweise durchzusehen (§ 14 Abs. 1 Nr. 4 BBiG) sowie ihnen Gelegenheit zu geben, den Nachweis während der Ausbildungszeit zu führen (§ 14 Abs. 2 BBiG). Ein ordnungsgemäß geführtes Berichtsheft ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung — es fehlt also nicht nur eine Formalie, wenn es fehlt.
Wer personenbezogene Daten verarbeitet, führt ein Verzeichnis darüber. Die Ausnahme für Betriebe unter 250 Beschäftigten greift praktisch kaum, sobald die Verarbeitung nicht nur gelegentlich erfolgt oder Beschäftigtendaten betroffen sind — und beides trifft auf jeden Betrieb mit Personal zu.
Wer personenbezogene Daten von einem Dienstleister verarbeiten lässt — Software, Lohnbüro, Rechenzentrum —, braucht mit ihm einen Vertrag über die Auftragsverarbeitung. Ohne diesen Vertrag ist die Verarbeitung selbst angreifbar.
Zu benennen, sobald in der Regel mindestens 20 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt sind. Die Schwelle zählt Köpfe, nicht Vollzeitstellen — Teilzeitkräfte und Aushilfen zählen mit.
Jede betroffene Person — auch der eigene Mitarbeiter — kann Auskunft darüber verlangen, welche Daten über sie verarbeitet werden. Wer die Frage nicht in vertretbarer Zeit beantworten kann, hat ein Problem, das mit der Antwort nichts zu tun hat.
Name und Anschrift beider Seiten, Steuernummer oder USt-IdNr., Ausstellungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Menge und Art der Leistung, Zeitpunkt der Leistung, Entgelt und Steuerbetrag. Fehlt eine dieser Angaben, kann dem Empfänger der Vorsteuerabzug versagt werden — der Ärger landet also beim Kunden.
Seit dem 1. Januar 2025 muss jedes inländische Unternehmen im Geschäft mit anderen Unternehmen strukturierte elektronische Rechnungen empfangen können. Die Pflicht zum Versand greift gestaffelt später — die Empfangspflicht gilt bereits jetzt und ohne Übergangsfrist.
Diese Liste kennt jeder Betrieb — bis zu dem Tag, an dem eine Frist abläuft und niemand daran gedacht hat. Buchung, Schichtplan, Zeiterfassung und Rechnung laufen bei Emalito in einem System, und die Vorschriften werden mitgeprüft: die Pause, bevor die Schicht im Plan steht, die Unterweisung, bevor sie überfällig ist.
Diese Seite nennt zu jeder Pflicht die Norm, auf die sie sich stützt, und lässt offen, was sich nicht allgemein sagen lässt — Tarif- und Betriebsvereinbarungen, Regelungen, die je Bundesland abweichen, und die Sonderregeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Sie ersetzt keine Rechtsberatung.